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Petras Erlebnisse beim Kampf um den Container Teil 2



Laut und unerwartet schrillt der Wecker.Wie lange hatte ich geschlafen ??.Eine Stunde, zwei?? Vier Uhr morgens.Ich muss Gas geben und kann es mir nicht leisten,lange nachzudenken.Also raus aus dem Bett und ab unter die Dusche!!
Irgendwie habe ich ein wenig Angst, die lange Strecke bis S. D.  zu fahren, zumal ich im Moment das Gefühl hatte, mir Streichhölzer zwischen die Augenlider klemmen zu müssen, um überhaupt etwas zu sehen.
Ich war entsetzlich müde, aber es half nichts!!
Eine halbe Stunde später saß ich im Auto.Für Frühstück war keine Zeit gewesen, aber einen Kaffee würde ich mir jetzt wünschen.Na ja,wir können ja Pause einlegen wenn wir auf der Piste sind.
Dr. Garcia wartet am verabredeten Treffpunkt in Puerto Plata.Es war immer noch düster, und es würde noch eine Weile dauern, bis die Sonne aufgeht, also bot ich ihm den Fahrersitz an,zumindest bis Santiago!
Ganz wohl war mir dabei nicht.Schließlich fahre ich hier schon einige Jahre und bin mit dem etwas befremdlichen Fahrstil der Dominikaner bestens vertraut.Meine  Müdigkeit wich und machte der Anspannung und Aufmerksamkeit Platz. Wenigsten entkam ich aber so den entgegenkommenden Fernlichtrasern.Man sieht wirklich NICHTS mehr,nur wenige Autofahrer blenden hier ab und so wird man fast gezwungen  stehen zu bleiben, aber Garcia machte das weniger aus als mir, und so kamen wir doch, wenn auch langsam, voran.Trotz aller Aufmerksamkeit, die wir Beide auf die Strasse richteten, unterhielten wir uns angeregt,und so wurde es eine recht kurzweilige Fahrt.
Kurz vor Santo Domingo klingelte das Handy von Garcia.Die anderen warteten schon auf uns und ich dachte insgeheim mit ein wenig Panik daran, was uns wohl am heutigen Tag erwarten würde.
Meine Füße sprachen Bände vom gestrigen Tag.Die Zehen verbrannt, meine Fußsohlen brennend wie Feuer. Das kam dadurch, dass ich gestern ein paar neue Schuhe trug, welche meinten, nach ein paar Kilometern Fußmarsch die Absätze abschmeißen zu müssen ! Zuerst die eine Seite,ich hatte gewaltig Schlagseite, und die Lacher waren auf meiner Seite.Aber Garcia erwies sich als Gentleman und befreite mich dann vom anderen Absatz.Von da an rannte ich den ganzen Tag auf den Sohlen,immer befürchtend, dass sie sich auch noch in Wohlgefallen auflösen könnten.Hier gibt es Nichts, was wirklich Qualität hat.
Zudem schliff meine Hose nun erheblich auf dem Boden,aber wenigstens meine Zehen schauten heraus,und die wurden kräftig von der Sonne bestrahlt.Einige mitleidige Blicke brachte mir mein Outfit auch ein, aber ich bin ja hart im Nehmen!!Angekommen, kam gleich Hektik auf,gleich wurde wieder losgerannt, hierhin,dorthin,immer wild die nun in Massen vorhandenen Papiere schwenkend.Aber immer wieder fehlte etwas.Ein Stempel hier, eine Unterschrift dort!

Nach drei Stunden dann ein erkennbarer Erfolg.Wir wurden mit speziellen Ausweisen ausgestattet, endlich auf das Containergelände geführt. Du meine Güte,so unendlich viele Container.Wie sollen wir denn hier fündig werden??
Wie schon so oft in diesem Land, hatte ich das Chaos vor Augen.Wurde aber mal wieder überrascht,dass die Herrschaften hier wohl in all der Unordnung Bescheid wussten.Nach einigen Minuten standen wir wirklich vor UNSEREM Container,puh,die Hitze erdrückte einen fast, aber der Anblick des Containers versöhnte mich wieder!Nun ging es darum die Plombe zu entfernen und den Inhalt zu prüfen.Mir kam es vor, als ob das ein unmögliches Unterfangen sei, denn mindestens 10 Leute kamen,redeten laut und wild gestikulierend auf uns ein, um dann wieder zu gehen.Um uns herum wurden geöffnete Container geprüft , ausgeladen und wieder gefüllt.Interessant, was hier so alles ins Land geschafft wird.
Endlich, nach fast zwei Stunden, kam dann jemand mit einer großen Schere(Bolzenschneider) und öffnete die Plombe.Meine Hoffnung stieg, dass wir nun doch vorwärts kommen und die Sachen heute noch in den LKW umladen könnten.Meine Augen wurden groß, als ich den Inhalt des Containers und einiger Kisten sah.Oh man,hatten sich Barbara und Jürgen Arbeit gemacht.Der ganze Container roch nach frisch gewaschener Wäsche und Barbaras Weichspüler.
Alles war in gewohnter deutscher Ordnung beladen und sortiert. Schnell sprach sich herum, dass es sich um Hilfsgüter handelte und das Interesse der unherlaufenden Prüfer und Zöllner wuchs enorm,hatte man doch hier sicher die Möglichkeit, das eine oder andere Teil für die eigene Familie zu ergattern. Erst einmal gab ich mich reserviert und machte die Herausgabe von einigen Vitaminen, Bällen oder Schirmmützen davon abhängig, wie schnell man unsere Sache bearbeiten würde.Das zog natürlich, und so kamen wir recht schnell mit der Bearbeitung voran. Den größten Kampf hatten wir allerdings mit einer Zöllnerin, welche unbedingt jedes Medikament auf seine Haltbarkeit überprüfen wollte.Ich merkte an, dass auf das Haltbarkeitsdatum strengstens geachtet wurde und das ich ihr versichern würde, dass das in Ordnung sei!
In Anbetracht der Fülle der vorhanden Medikamente würde es sicher Wochen dauern, alles zu überprüfen.Sie solle sich doch mit Stichproben begnügen.Schließlich sei es ja zu Gunsten ihrer Landsleute!
Nachdem man ihr einige Kartons Vitamine und ein wenig Spielzeug zugesagt hatte, verzichtete sie dann gänzlich auf Kontrolle,zwinkerte mir kurz zu, setzte wieder den  gestrengen Blick auf, kramte in ihren Taschen und zückte den Stempel,drückte ihn aufs Papier und verschwand mit Kartons beladen in der Menge!
Meine Erleichterung kann sich keiner vorstellen.Ich atmete tief durch und spürte Durst..... ein mächtiges Gefühl macht sich breit.Alle hatten Durst,stundenlang hatten wir an dem heißen Container verbracht und in all dem Gewirr unsere Bedürfnisse vergessen. Antonio schickte 2 Mann los um uns  Getränke zu kaufen,und dann kam der nächste Hammer.
Zwei düster dreinschauende Dominikaner näherten sich und fingen gleich an, mit Antonio und Garcia wild zu diskutieren. Erst verstand ich nicht so recht, aber kurz darauf war ich voll im Bilde! Wir hatten, nicht wissend, dass nur diese beiden Herren berechtigt waren, den Containerinhalt auszuladen, mit Hilfe unserer Soldaten  einige Kisten zur Prüfung entladen. Das wurde nun heftigst kritisiert.Es ginge schließlich auch um die zu zahlende Summe von 80.- US$ für diesen Aufwand.Das solle man nun bezahlen, sonst gäbe es erheblichen Ärger!! Antonio regte sich besonders über das Gebaren auf und ich befürchtete schon, dass er jeden Moment handgreiflich werden könne.Er schimpfte lauthals über die Verbrechermethoden hier.Es wäre schließlich eine Hilfsaktion, und ob man denn nur behindern und kassieren wolle!!
Ich hatte heute mehr Geld eingepackt, aber innerlich schüttelte ich nur den Kopf in Anbetracht der Unsummen, welche ich heute schon wieder hergeben musste.Jetzt sollten wir auch für eine solche konstruierte Sache noch mal bezahlen.Nein, dass sah ich nicht ein. Also nahm ich mir ein Herz,setzte mein nettestes Lächeln auf und nahm den wichtig auftretenden Herr zur Seite.Por favor Señor,mit ruhigen Worten erklärte ich die Wichtigkeit der Hilfsaktion und das wir den Container schnellstmöglichst hier heraus haben möchten.Daß wir schon seit 2 Tagen kämpfen und wirklich nicht mehr Probleme gebrauchen können.Er solle doch bitte beide Augen zudrücken, ein paar Rollen Vitamine nehmen, und uns nicht weiter behindern.Er war mehr als mürrisch, stimmte aber letztendlich zu, versah unsere Papiere mit seinem Stempel und verschwand maulend in der Menge!
Jetzt ging es zum Endspurt,dachte ich !!!!!!!Eigentlich mussten wir jetzt nur den Container wieder verplomben lassen, bei der Oberzollbehörde die notwendigen Stempel abholen, und dann konnte der Container umgeladen werden!
FALSCH GEDACHT!!!!
Zum einen befand sich der Obermotz dieser Behörde gerade in seiner Mittagspause.Es war immerhin schon 3 Uhr nachmittags!!Zum anderen musste man dort einen Termin haben!!Antonio, der sich mittlerweile wieder abgeregt hatte, organisierte alles für uns.Er war in diesen Tagen, dass muss man einfach mal sagen, eine wirklich herausragende Hilfe und setzte sich unermüdlich für unsere Belange ein,auch wenn er dabei oft ungeduldig wurde und sich ärgerte, auch mal laut! Er erkannte sofort wenn es um Abzocke ging, und versuchte sein Bestes, diesen Dingen zu entgehen, aber hier läuft man gegen Windmühlen.Trotzdem gab er nie auf!!
Dr.Garcia war der Ruhigere in allen Angelegenheiten,aber mit der Art der Beiden zusammen kamen wir doch Stück für Stück voran.Nach einer Stunde Wartezeit hatten wir endlich den Vorsprachetermin bei dem wichtigsten Herrn in unserer Sache.Die Wichtigkeit konnte man an der Ausstattung seines Büros, der Klimaanlage und an dem überheblichen Auftreten erkennen.
Nach wenigen Worten erkannte ich, dass hier für uns Endstation ist.Der Typ war knüppelhart und kannte kein Erbarmen. Wahrscheinlich hätte man dem einen dicken Briefumschlag mit Geld über den Schreibtisch schieben müssen, um ihn zu erweichen!!Mit Engelszungen versuchte ich alles erdenkliche,bekam dafür ein süffisantes Lächeln und die Antwort, was wir denn eigentlich wollen.2 Tage seien wir nun beschäftigt mit der Prozedur.Ob wir denn nicht wüssten, dass dieser Prozess zwischen 14 Tagen und einem Monat dauern würde. Er hätte ja Verständnis, aber er brauche zur Freigabe des Containers ein  eindeutiges Papier des Generals, dass die Base der offizielle Empfänger der Hilfsgüter sei!!Unsere Gesichter und unsere Laune war am Boden,aber ok,wir geben nicht auf!!Garcia klemmte sich ans Telefon, General anrufen,er solle uns das gewünschte Papier per Fax zuschicken!! Es ging hin und her.Telefonat nach Telefonat.Ergebnis nach 1 ½ Stunden.Geht heute alles nicht mehr.Es ist schon zu spät, und so auf die Schnelle schon gar nicht!Der General war sauer,der Chef von Garcia auch,er war heute unentschuldigt seinem Klinikdienst ferngeblieben.Es war alles zum Haare raufen!Der LKW sollte zur Base zurück, und die Leute wurden morgen auch gebraucht.Ich war der Verzweiflung nahe!!Es half alles nichts.Wir konnten heute nichts mehr ausrichten.Also bezahlte ich unseren Läufer für seinen heutigen Einsatz, versprach alles so schnell wie möglich zu regeln und dann, wann auch immer, mit den erforderlichen Papieren wieder zu kommen!
Geld alles weg, Nerven am Ende,4 Stunden Rückfahrt vor uns und den Hunger im Bauch.Puh...was für ein Tag!!
Viele Dinge kann ich in diesem Bericht nicht schreiben.Es würde zu lange dauern, und der Platz würde nicht ausreichen.Es sind nur die wichtigsten Details, aber ich hoffe trotzdem, dass man einen kleinen Eindruck gewinnen kann, wie hier die Dinge laufen.
Es ist einfach alles anders als in Deutschland und oft stößt man an Grenzen !!Aber alles in allem erweitert es den Horizont und eröffnet einem so viele neue Aspekte im Leben, dass man letztendlich dankbar ist, diese Erfahrungen machen zu können!!
Es wurde wieder tiefe Nacht, bis ich zu Hause ankam und völlig erschöpft ins Bett fiel!!
Fortsetzung folgt   Petra

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